Special Car Service Kurier
Donnerstag, 12. Juli 1999
Ausgabe 1
Dellen drücken - altes Handwerk mit Gefühl fürs Blech
Seit es Autos gibt, gibt’s auch Dellen. Und seit den 1950er-Jahren gibt’s Männer (und Frauen) mit ruhiger Hand, die wissen, wie man sie wieder rausbringt – ganz ohne Spachtel, Schleifen oder Neulack.
Das Dellen drücken, wie wir’s nennen, ist eine alte Handwerkskunst.
Ihren Ursprung hat sie in den 1940er- und 1950er-Jahren in den USA, vor allem in Detroit bei den großen Automobilherstellern wie Ford, GM und Chrysler. Dort entdeckten die Werksarbeiter, dass man kleine Beulen im Blech ohne Neulack einfach mit speziellen Werkzeugen von
hinten herausdrücken konnte.
In Europa
verbreitete sich die Technik langsam – in Österreich nahm das Handwerk in den 1980er-Jahren richtig Fahrt auf. Damals war das Blech treiben, Blech ziehen und Blech börteln der Startschuss für das professionelle Dellen drücken.
Elmar David bei seinem Handwerk eine Delle zu reparieren
Wir selbst arbeiten seit über 25 Jahren in diesem Handwerk – mit Herz, Hand und Erfahrung, so wie man es früher gelernt hat.
Damals wie heute gilt: Gefühl statt Gewalt.
Beim Dellen drücken wird das Blech vorsichtia von hinten in seine ursprüngliche Form gebracht. Keine Farbe wird beschädigt, keine Teile müssen ersetzt werden.
Nur echte Handarbeit – so, wie man’s früher
gemacht hat.
Natürlich gibt’s auch Fälle, wo die Delle größer oder tiefer ist. Dann reicht das reine Drücken manchmal nicht mehr, und eine kleine Lackierung ist nötig, damit alles wieder perfekt aussieht. Aber auch da gilt: Wir machen nur das, was wirklich nötig ist – ehrlich, sauber und mit Handwerk.
Denn wo andere gleich tauschen, drücken wir.
So bleibt das Auto original, das Ergebnis schön – und die Arbeit ehrlich.